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Ziele von Simulation

Die Formulierung von Zielen steht am Anfang einer jeden Simulationsstudie. Grundsätzliches Ziel bei der Erstellung einer neuen oder Änderung einer vorhandenen Anlage ist die Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens.
Dieses Ziel kann durch die in folgender Abbildung dargestellten Maßnahmen erreicht werden.

Konkrete Ziele einer Simulationsstudie können z.B. sein:
  • Steigerung der Maschinenauslastung
  • Höherer Durchsatz und kürzere Durchlaufzeiten
  • Bewertung von Layoutalternativen
  • Verringerung des Lagerplatzbedarfs
  • Verringerung des Personalbedarfs
  • Visualisierung geplanter Anlagen
  • Bestimmung der Anzahl notwendiger Fahrzeuge innerhalb eines fahrerlosen Transportsystems
  • Bestimmung der notwendigen Puffergrößen
  • Optimierung von Steuerungsstrategien
  • Test von Lagerverwaltungssoftware
  • ...
Wann kommt Simulation zum Einsatz?
  • Wenn Neuland beschritten wird
  • Wenn die Grenzen analytischer Methoden erreicht sind
  • Wenn komplexe Wirkungszusammenhänge die menschliche Vorstellungskraft überfordern
  • Wenn das Experimentieren am realen Modell nicht möglich bzw. zu kostenintensiv ist
  • Wenn das zeitliche Ablaufverhalten einer Anlage untersucht werden soll

In welchen Phasen kommt Simulation zum Einsatz?

Planung
  • Planungsparameter überprüfen
  • Alternativen bewerten
  • Engpässe identifizieren

Realisierung Anlauf
  • Vorlage für Steuerungsprogramme
  • Inbetriebnahme von MFR/LVR mittels Simulationmodell
  • Begleitung des Anlaufs

Betrieb
  • Arbeitszeitmodelle abstimmen
  • Produktionsplan (Reihenfolge optimieren)
  • What-if Analysen

Einstieg in die Simulation

Bevor die Entscheidung für die Durchführung einer Simulationsstudie fällt, sollte geklärt werden, ob alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Projekt erfüllt sind. Fehlen Erfahrungen im Umgang mit dem Werkzeug Simulation, empfiehlt es sich, bereits in der Grundsatzentscheidung einen Berater hinzuzuziehen. Er kann beurteilen, ob Simulation für die individuelle Problemstellung geeignet ist.

In der Anfangsphase sollte man sich zudem entscheiden, ob man einen betriebsinternen Simulationsdienstleister aufbaut oder einen externen Dienstleister beauftragt.

Diese Entscheidung sollte auf Basis folgender Bedingungen gefällt werden:

  • Vergleich Kosten für internen und externen Dienstleister
  • Vorhandensein der technischen (Hard- und Software) und personellen Kapazitäten
  • Unterstützungsaufwand für internen bzw. externen Dienstleister
  • Gewinnung von Know-How für spätere Simulationsprojekte

Außerdem ist zu beachten, daß fehlende Erfahrungen beim Umgang mit Simulation
  • die Wahrscheinlichkeit von Modellierungsfehlern erhöht und
  • zu längeren Projektlaufzeiten führt
Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich auch bei Aufbau eines betriebsinternen Dienstleisters das erste Projekt in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Berater durchzuführen. Das garantiert eine effektive Übertragung von Know-How auf den Einsteiger im Rahmen der praktischen Anwendung. Natürlich macht dies noch keinen Profi. Die "Ausbildungszeit" eines Simulationsdienstleisters dauert je nach Qualifikation ein bis zwei Jahre.